Melatonin bei Schlafstörungen

Von Barbara J. Schönfeld | Hilfsmittel

Mai 13
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  • Du fragst dich, ob dir Melatonin bei deinen Schlafstörungen helfen kann? Dann bist du hier genau richtig!
  • Auf dieser Seite findest du detaillierte Informationen was Melatonin für dich tun kann.
  • Du erfährst hier außerdem, was die Vor- und die Nachteile sind.

Das Schlafhormon Melatonin ist ein Grundpfeiler des inneren Takts, des zirkadianen  Rhythmus, der die inneren Programme unserer Zellen in einem zeitlich abgestimmten Rhythmus von 24 Stunden steuert.

Melatonin wird im Gehirn in der Zirbeldrüse durch Licht gehemmt. Bei Dunkelheit wird die Hemmung blockiert, das Melatonin wird ausgeschüttet und wirkt schlaffördernd.

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Eine aktuelle, umfangreiche Analyse der aktuellen Forschung zum Melatonin von iNutro.com basiert auf 160 Studien und zeigt die fundamentale Bedeutung der zeitlich abgestimmten Prozesse im Körper, die direkt durch das Schlafhormon gesteuert werden. Anhand dieser Auswertung wollen wir uns die wichtigsten Aspekte anschauen.

Bedeutung des Melatonin bei Schlafstörungen

In Deutschland leidet ein wachsender Anteil der Bevölkerung vermehrt durch den Lichtsmog (Straßenlicht, Displays) und Nachtschicht an Schlafstörungen. Insbesondere ältere Menschen sind betroffen, denn nahezu die Hälfte der über 65-jährigen hat Probleme beim Einschlafen und gesunden Durchschlafen.

Ein Viertel der älteren Menschen klagt zudem über andauernde Schlaflosigkeit. Die übliche Therapieform stellen anfangs die Benzodiazepine dar, die durch die Einwirkung auf den GABA-Rezeptor beruhigend wirken. Gleichzeitig weisen sie aber ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotential auf.

Benzodiazepine ermöglichen zudem keinen wirklich erholsamen Schlaf, denn sie beeinträchtigen den Tiefschlaf und den REM-Schlaf. Dies wiederum verschlechtert die Aufnahmefähigkeit, die Lernkapazität und generell die geistige Leistung.

Auch die sogenannten Z-Drugs Zopiclon und Zolpidem sind eigentlich nur für den kurzfristigen Gebrauch gedacht. Denn auch sie haben massive Nebenwirkungen und ein sehr hohes Suchtpotential, auch wenn das öfter bestritten wird. Vor mir standen aber schon Menschen, denen man die Sucht recht deutlich angesehen hat!

Mit dem Alter sinkt die körpereigene Produktion des Melatonins ab. Dies fängt schon im mittleren Alter und resultiert bei Senioren in Werten, die nur noch die Hälfte einer gesunden, jungen Person erreicht. Die Zirbeldrüse, die sich im Gehirn befindet und das Melatonin ausschüttet, verliert im Alter an Funktionalität und weist sogar eine Verkalkung auf.

Großes Aufsehen erregten Forschungsergebnisse, bei denen die Zirbeldrüsen junger Tiere mit denen der alten getauscht wurden, was die Lebensspanne der älteren Exemplare verlängerte.

Melatonin stellt somit eine Alternative zu Benzodiazepinen dar; vor allem bei älteren Menschen, die an Schlafstörungen leiden. Denn es wirkt sich positiv auf die Schlafqualität, Schlaflänge und die Einschlafdauer aus. Früher konnte man Melatonin nur über ausländische Kanäle bekommen, inzwischen wurde das Medikament Circadin mit 2 mg Melatonin in Deutschland zugelassen.

Melatonin bei Jetlag

Melatonin ist zudem empfehlenswert nach Langstreckenflügen und der sich daraus ergebenden Zeitumstellung. Normalerweise braucht die innere Uhr mehrere Wochen nach einem Jetlag um sich einzustellen.  In dieser Zeit spielen die Hormone im Körper verrückt und die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus führt zu Problemen beim Ein- und Durchschlafen.

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Der Begriff Jetlag klingt zwar harmlos, aber bei Menschen, die häufiger Reisen kann dies gesundheitlich abträglich sein. Von den klinischen Studien mit Melatonin, sahen 85 % eine deutliche Besserung der Jetlag Symptome, wenn Melatonin verabreicht wurde.

Dabei erzielt bereits eine Dosis von 0.5 mg fast die gleiche Wirkung wie 5 mg Melatonin, jedoch ist die höhere Dosierung effektiver um die Zeit bis zum Einschlafen zu verkürzen und auch die Schlafqualität nach einem Jetlag zu verbessern.

Während die langsam freisetzenden Melatonin Tabletten etwas effektiver sind für Schlafstörungen, scheinen die schnell freisetzenden Tabletten für den Jetlag besser geeignet zu sein. Wahrscheinlich sind schnelle und hohe Anstiege des Wirkstoffs im Blutplasma notwendig um eine „zeitliche Umprogrammierung“ zu bewerkstelligen.

Melatonin und gesunder Schlaf als Pfeiler der Gesundheit

Melatonin steuert zeitabhängig mehrere wichtige Programme innerhalb unserer Zellen.

Stoffwechsel

Dazu gehört beispielsweise der Stoffwechsel und die Verdauung von Nahrung. Melatonin beeinflusst von der Darmbewegung bis hin zur Insulinausschüttung mehrere Prozesse. So reduziert ein hoher Nachtspiegel nachts die Insulin-Freisetzung. Das wiederum verhindert, dass wir nachtsüber unterzuckern und genug freie Fettsäuren aus den Fettzellen freisetzen können, um in der nächtlichen Fastenphase mit Energie versorgt zu sein.

Menschen mit geringeren Melatonin Werten haben ein erhöhtes Aufkommen von Diabetes. Schichtarbeiter, deren Schlafphasen und damit auch die Melatonin Produktion durcheinander sind, neigen vermehrt zu Übergewicht, kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes.

Antioxidant

Melatonin selbst wirkt als ein sehr potenter Antioxidant, der während der Reaktion mit freien Radikalen zu weiteren antioxidativen Substanzen abgebaut wird. In dieser Kaskadenreaktion kann ein einziges Melatonin-Molekül eine Vielzahl von freien Radikalen unschädlich machen.

In mehreren klinischen Studien in denen der oxidative Stress ein Teil der Erkrankung ist, konnte Melatonin zur Besserung der Symptome führen, wenn es zur Therapie begleitend verabreicht wurde. Darunter an Menschen mit der Lungenerkrankung COPD, Patienten mit dem Metabolischen Syndrom und Kinder mit Muskelschwund.

Melatonin aktiviert zudem Gene für die Produktion von körpereigenen antioxidativen Enzymen und Substanzen wie dem SOD, Katalase und Glutathion, die an der Entgiftung und dem Schutz der Zellen maßgeblich beteiligt sind.

Melatonin puffert das Immunsystem

Melatonin hat einen sehr interessanten Einfluss auf das Immunsystem. Dies hängt vom Zustand ab in dem sich das Immunsystem gerade befindet. Ist keine besondere Attacke durch einen Erreger vorhanden, regt Melatonin eher die Aktivität von pro-entzündlichen Immunzellen und deren Botenstoffe an. Somit ermöglicht es bei einer eintretenden Infektion eine sofortige entzündliche Reaktion durch das angeborene Immunsystem.

Damit diese Reaktion nicht ausartet, wirkt ab einem gewissen Schwellenwert das Melatonin dem entgegen,  und fördert damit die Freisetzung von entzündungshemmenden Botenstoffen und die Aktivität des gesamten Immunsystems.

In diesem Sinne agiert Melatonin wie eine Art Puffer, die das Ausarten der Immunreaktion verhindert.

Körpereigenes Melatonin stimulieren und Melatonin bei Schlafstörungen vernünftig dosieren

Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel braucht man als junger Mensch in der Regel nicht. Hier ist es wichtig darauf zu achten, dass nachtsüber das Schlafzimmer absolut abgedunkelt ist und Licht von der Straßenbeleuchtung oder Lichtquellen im Zimmer nicht die körpereigene Melatonin-Produktion hemmen.

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Dabei geht es vor allem um blauhaltiges Licht, Displays von Smartphones und Tablets weisen eine enorme Verschiebung in diesem Lichtbereich auf und stören die Melatonin-Freisetzung beträchtlich. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind dafür zuerst gar nicht so leicht zu bemerken oder auf die Displays zu schieben, denn von diesen trennen sich die meisten Menschen inzwischen sehr ungerne.

Falls du bereits etwas reifer oder älter bist (ab 30 oder 40 Jahren) kann eine Ergänzung mit Melatonin Sinn machen. Auf dem Markt sind teilweise sehr hohe Dosierungen erhältlich, 5 mg bis hin zu 10 mg pro Melatonin pro Tablette und mehr.

In der Regel ist eine Dosis von 1 bis 2 mg vor dem Schlafengehen mehr als ausreichend. Selbst mit dieser geringen Dosis bringt man die eigenen Melatonin-Werte über das Maß gesunder und junger Menschen hinaus. In einigen Studien wurden bereits mit 0.3 bis 0.5 mg sehr gute Ergebnisse erzielt.

Der Erfolg war, dass die morgendliche Müdigkeit verschwunden war. Melatonin darf aber nicht tagsüber eingenommen werden. Dies hätte einen Effekt vergleichbar mit einem Jetlag oder Schichtarbeit und wäre der Gesundheit abträglich.

Nebenwirkungen von Melatonin

Neben den guten Eigenschaften gibt es aber auch einige Nebenwirkungen von Melatonin.

* Schlaf- oder Rastlosigkeit
* Müdigkeit am Tag
* Unkonzentriertheit
* Rachenentzündungen
* Bronchitis
* Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen
* greift in das Immunsystem ein (große Vorsicht bei Allergien!)
* Zunahme von Infektionen

Diese Nebenwirkungen sind aber oft auch dosisabhängig.

Über die langfristige Einnahme gibt es bisher noch keine gesicherten Erkenntnisse. Deshalb sollte auch Melatonin nur ein kurzfristiger "Krückstock" für deine Schlafstörungen sein.

Wichtig ist, dass du dich von einem Fachmann beraten lässt, wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, denn es kann u. U. auch zu Wechselwirkungen kommen.

Fazit und Zusammenfassung

Inzwischen gibt es verschiedene Studien, die den Gebrauch von Melatonin empfehlen oder auch als unwirksam bezeichnen. Fakt ist, dass Melatonin ein Schlafhormon ist und unseren Schlaf-Wach-Zyklus reguliert. Das Melatonin kann auf ganz natürliche Weise stimuliert werden oder durch die Einnahme von Tabletten.

Und wie alles im Leben gibt es ein Für und ein Wider. Melatonintabletten sind aber eine gute Möglichkeit, kurzfristig etwas für einen gesunden Schlaf zu tun. Gleichzeitig solltest du aber auch alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, um ganz natürlich in deinen gesunden Schlaf zu kommen.

Es gibt leider keine magische Pille, die dir den gewünschten Schlaf herbeizaubert. Du kannst aber sehr viel selbst dafür tun, dass du gut schlafen kannst.

Lies dazu auch den Artikel Hilfe bei Schlafstörungen - Soforthilfe um leichter einschlafen zu können oder hol dir den kostenlosen Crash-Kurs

Ich wünsche dir alles Liebe und dass du immer gut schlafen kannst

Herzlichst deine

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Über den Autor

Barbara hat eine pharmazeutische Ausbildung und arbeitet seit über 40 Jahren in öffentlichen Apotheken und in ihrer Praxis. Sie ist Heilerin, psychologische Beraterin und Coach und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema Schlafen. Kennst du schon die Facebook Fanpage mit täglich neuen Infos übers gesunde Schlafen?

  • Gerd sagt:

    Liebe Barbara,

    danke für diesen Artikel. Ich selbst bin ja Gegner von Medikamenten, wo immer es geht. Manchmal allerdings muss man ein Medikament nehmen. Gut zu wissen, was es mit Melatonin auf sich hat und welche Nebenwirkungen es hat.

    HERZliche Grüße,
    Gerd

    • Barbara J. Schönfeld sagt:

      Lieber Gerd,

      gut zu wissen, dass immer mehr Menschen deiner Ansicht sind. Auch ich bin eigentlich im Prinzip ein Gegner von Medikamenten, wenn sie nicht unbedingt sein müssen. Ich bin immer dafür erst andere Alternativen anzuwenden. Aber für Notfälle sind sie eben einfach gut. Wenn man bewusst damit umgeht und nicht einfach nur eine Pille einwirft, weil es halt bequemer ist, dann haben sie durchaus ihre Berechtigung.

      Herzliche Grüße
      Barbara

  • Liebe Barbara,

    mich würde interessieren, wie du die Wirkung von natürlichem Melatonin – also aus Pflanzen – einschätzt. Ich kenne Menschen, die da sehr positiv drauf reagieren, und das scheint mir sinnvoller zu sein als eine Tablette zu nehmen.

    Liebe Grüße!

    • Barbara J. Schönfeld sagt:

      Aber gerne,
      ich bin immer zu allererst für die natürliche Form, denn die ist immer besser als die im Labor hergestellte. Das gilt für alle Nahrungsergänzungsmittel. Sobald sie im Labor hergestellt sind, d. h. synthetisch (künstlich zusammengesetzt) können sie einfach nicht die gleiche Wirkung haben. Wenn du auf meinem Blog ein wenig gelesen hast, wirst du auch schon erfahren haben, dass meine Meinung zur Schulmedizin und zur Pharmaindustrie zumindest kritisch ist. Sie haben ihre Berechtigung, aber die Natur ist halt doch immer besser.
      Herzliche Grüße
      Barbara

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